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Tankinhalt bei Totalschaden ersatzfähig

Das Amtsgericht Solingen hat mit Urteil vom 01.04.2015 – 11 C 631/14 – entschieden, dass auch der bei einem Totalschaden, der im Auto verbliebene Kraftstoff (hier 10 Liter Diesel) ein ersatzfähiger Schaden ist.

 

 

Zum Fall: Die Ehefrau eines Halters eines Opel Zafira ist unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt worden. Der Opel war anschließend nicht mehr fahrbereit. Ein Sachverständiger stellte einen wirtschaftlichen Totalschaden fest. Den Wiederbeschaffungswert des Kraftfahrzeuges bezifferte er auf  10.500,00 EUR und den Restwert auf 2.110,00 EUR. Die Reparaturkosten hatte er mit 20.195,55 EUR brutto ermittelt. Zudem stellte er fest, dass zum Zeitpunkt des Unfalls ein Tankrest von ca. 10 Liter Diesel vorhanden war.

 

Die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners hatte zunächst nur eine Teilregulierung vorgenommen, so dass ein Klageverfahren durch den PKW-Halter geführt werden musste. Im Hinblick auf die Schadensposition Restkraftstoff wurde pro Liter 1,50 EUR als angemessen erachtet mithin insgesamt 15,00 EUR geltend gemacht.

 

Das Amtsgericht Solingen sprach auch diese Schadensposition dem Kläger zu. Insbesondere war der Kläger nicht verpflichtet, den Dieselkraftstoff abzupumpen, da der hierfür erforderliche Aufwand den Wert des Kraftstoffes überschritten hätte. Auch aus dem Sachverständigengutachten ist nicht ersichtlich gewesen, dass der verbliebene Kraftstoff beim Wiederbeschaffungswert berücksichtigt worden ist.

 

Fazit: Auch wenn es u. a. nur um 15,00 EUR ging, ist die Regulierung eines Totalschadens eine Angelegenheit, die Sie nicht Ihrem Autohaus überlassen sollten. Wir führen seit über 10 Jahren Regulierungen nach Verkehrsunfällen (auch mit Auslandsbezug) schnell, erfolgreich und kompetent durch. Kontaktieren Sie uns.

 

Thorsten Hatwig

Rechtsanwalt